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In David Lowerys intensivem Pop-Drama MOTHER MARY sucht Mega-Star Mother Mary (Anne Hathaway) vor ihrem mit Spannung erwarteten Bühnen-Comeback Zuflucht bei ihrer einstigen Freundin und Weggefährtin Sam Anselm (Michaela Coel), einer Modedesignerin, die ihren ikonischen Stil zu Beginn ihrer Karriere geprägt hat.
Sie soll ein Outfit für Mother Marys bevorstehende Show designen – ein letztes Kleid für den Auftritt ihres Lebens. Sam hat dafür 24 Stunden Zeit und ein intensiver Austausch zwischen den kreativen Kräften der Designerin und ihrer Muse beginnt.
Das Kostümdesign von MOTHER MARY nimmt einen zentralen Punkt des Films ein und David Lowery legte es in die Hände der in Madrid lebenden, deutschen Kostümdesignerin Bina Daigeler. Daigeler liebte die Herausforderung, moderne Elemente mit mystischen Einflüssen in ihren Entwürfen zu verbinden: „Wir mussten Wege finden, die dunkle, unheimliche Stimmung aus Davids Drehbuch mit dem Rosa, Gold und Glitzer einer weltberühmten Pop-Superstar-Welt zu vereinen.“
Als Mother Mary durchnässt vom Regen und in aufgewühltem Zustand auf Sams Landsitz erscheint, nur noch mit Spuren ihres weltlichen Glamours, sorgte Daigeler dafür, dass ihre Kleidung genau das widerspiegelt. „Innerlich leidet sie, deshalb wusste ich, dass sie in möglichst bequemer Kleidung ankommen musste — sie will keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen und trägt deshalb Schwarz“, erklärt Daigeler. „Ihre Bühnenkostüme dagegen sind das völlige Gegenteil — laut, spektakulär, voller tiefer Rottöne und satter Blaunuancen.“ „Das Kleid, das sie während der Performance ihres Songs „Burial“ trägt, ist von Hand mit schwarzen Steinen bestickt, sodass es wirkt, als würde es direkt aus ihrem Körper hervorgehen“, sagt Daigeler. „Das "Holy Spirit"-Kleid mit seiner Mischung aus schwarzen und hautfarbenen Flächen erzeugt die Illusion eines gewaltigen schwarzen Lochs, durch das Energien in sie hinein- und aus ihr herausströmen.“
Mother Marys charakteristische Heiligenscheine, ein fester Bestandteil ihrer Bühnenauftritte und ihrer geheimnisvollen Aura, entwickeln sich im Laufe des Films von rauem Metall zu juwelenbesetzten Kronen und symbolisieren Vergöttlichung und Aufstieg. Mother Marys Kleider mussten verblüffen — zugleich aber auch perfekt an Anne Hathaways Körper angepasst sein. „Anne musste sich darin bewegen können“, beschreibt Daigeler. „Das bedeutete, die Techniken der Haute Couture an die Anforderungen ihres Performance-Stils anzupassen.“
Während der gesamten Produktion pflegte Daigeler einen engen Austausch mit Hathaway. „Der Film handelt von der Beziehung zwischen einem Popstar und einer Designerin, und wir beide erlebten eine ähnliche Zusammenarbeit“, sagt Daigeler. Anne Hathaway ergänzt: „Bina und die Make-up Artistin Heike Merker waren entscheidend dafür, Mother Mary zum Leben zu erwecken. Wir haben sie gemeinsam erschaffen.“
Für das finale Kleid des Films, das die Wiedergeburt von Mother Mary symbolisiert, wandten sich Lowery und Daigeler an die Haute-Couture-Legende Iris van Herpen, die bereits ikonische Looks für Lady Gaga, Björk oder Tilda Swinton entworfen hat. David Lowery ist von van Herpens Design begeistert: „Das Kleid, das sie für die letzte Szene von MOTHER MARY entworfen hat, brachte all die Ideen und Gefühle zum Ausdruck, die der Film in sich tragen sollte — und das alles in einem einzigen Kleidungsstück.“
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